tfp_lowe
TFP - Deutschland
Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum e.V.
       
 
Herz Jesu Apostolat

Tragen Sie hier Ihre email Adresse ein und verpassen Sie keine Aktualisierung des
“Herz Jesu Bulletin”:

     
Die „Irrlehren Russlands“:
Sozialismus und Kommunismus
 
     
 

Von Luiz Sérgio Solimeo
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Volker Joseph Jordan M. A.

 
   
  Unsere Liebe Frau von Fatima warnte davor, dass Russland seine Irrlehren in der ganzen Welt verbreiten würde.  
     
 
Vorwort
Robert E. Ritchie
Direktor von America Needs Fatima
 
     
 

In letzter Zeit haben mich einige Mitglieder von America Needs Fatima gebeten, etwas zu unternehmen, um der amerikanischen Öffentlichkeit, insbesondere Katholiken, die wachsenden sozialistischen und kommunistischen Bedrohungen für unser geliebtes Vaterland zu Bewusstsein zu bringen.

Diese Bitten sind aus drei Gründen sehr gut verständlich:

In Fatima warnte Unsere Liebe Frau davor, dass, wenn die Menschheit sich nicht bekehrte und Buße täte, Russland seine Irrlehren, nämlich den Sozialismus und Kommunismus, über die Welt verbreiten würde und dadurch schreckliche Leiden und Verfolgungen für die Kirche heraufbeschworen würden.

Da jene Bekehrung nicht erfolgt ist, erfüllt sich die Prophezeiung Unserer Lieben Frau, dass Russland seine Irrlehren verbreiten würde, vor unseren Augen und mit allen tragischen Konsequenzen, die dies mit sich bringt.

Gott hat die Vereinigten Staaten mit geistlichen Gütern und materiellem Wohlstand im Überfluss gesegnet. In Dankbarkeit müssen wir uns als Nation den sozialistischen und kommunistischen Entwicklungen, die uns zu zerstören drohen, widersetzen und uns bekehren, so wie es Unsere Liebe Frau verlangte.

Die Mitglieder von America Needs Fatima, die ich hoch achte, haben mich um eine klare Abwehr der Irrlehren Russlands gebeten. Hierzu ersuchte ich Herrn Luiz Solimeo, einen Freund und Kollegen, um seine Unterstützung, verbunden mit der Bitte, eine kurze, knappe Analyse der sozialistischen und kommunistischen Bedrohungen aus der Fatima-Perspektive zu verfassen.

Diesem Wunsch kam er gerne nach und schrieb die hier vorliegende Broschüre unter dem Titel Die „Irrlehren Russlands“: Sozialismus und Kommunismus.

Diese Broschüre werden Sie als eine große Hilfe empfinden, wenn die Zeit kommt, Freunden und Familienangehörigen darzulegen, worin die sozialistischen und kommunistischen Bedrohungen bestehen und warum wir uns dagegen zur Wehr setzen müssen.

Mit der Hilfe Unserer Lieben Frau und unter ihrer Leitung beabsichtige ich, umgehend 128.000 Exemplare dieser Broschüre an Amerikaner zu versenden. Letztlich möchte ich Millionen von Menschen in den Vereinigten Staaten und der Welt mittels der neuesten Technologie erreichen, um diese Botschaft im Internet und in gedruckter Form zu verbreiten.

Beten Sie bitte in dieser Intention, insbesondere, damit wir Schlüsselpersonen erreichen und einbeziehen können, welche die Mittel und die Fähigkeit haben, die dringlichen, mütterlichen Warnungen Unserer Lieben Frau widerhallen zu lassen und die Bekehrung der Amerikaner zu erflehen.

In Vereinigung mit Ihren inbrünstigen Gebeten und Opfern für den Erfolg dieser neuen Aktion könnte diese bescheidene Broschüre ein wirksames Hilfsmittel bei der Abwehr der sozialistischen und kommunistischen Entwicklungen sein, die Amerika zu zerstören drohen, und um bald jene herrliche Zeit herbeizuführen, die Unsere Liebe Frau in Fatima vorhersagte, als sie verhieß: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“

I. Die Relevanz der Botschaft von Fatima

Wegen ihrer großen Wichtigkeit stehen die Erscheinungen Unserer Lieben Frau vor den drei kleinen Hirtenkindern in Fatima im Jahre 1917 im Mittelpunkt der aktuellen Entwicklung des Weltgeschehens. Mit Recht bemerkte Papst Benedikt XVI. dazu: „Heute ist der 90. Jahrestag der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Fatima. Mit ihrem eindringlichen Aufruf zu Umkehr und Buße ist dies zweifellos die prophetischste der neuzeitlichen Erscheinungen.“[1]

Göttliche Bestätigung der Erscheinungen

Ein Ereignis dieser Art kann aufgrund der wichtigen Bedeutung der daran beteiligten Person, und wenn seine Echtheit zweifelsfrei bewiesen ist, als bedeutungsvoll angesehen werden. Im Falle der Erscheinungen von Fatima ist die führende Person die allererhabenste Kreatur, die Mutter Gottes; und Gott selbst bestätigte die Erscheinungen durch das Sonnenwunder, ein Ereignis von geradezu biblischem Ausmaß.

Das gewaltige Sonnenwunder

Der Journalist Avelino de Almeida, ein bekennender Atheist, beschrieb die Ereignisse in Cova da Iria in einem Artikel mit dem Titel: „Fantastische Ereignisse! Wie die Sonne in Fatima zu Mittag tanzte.“ Es folgt ein Ausschnitt aus dem Artikel, der am 15. Oktober 1917 in der antiklerikalen Lissaboner Zeitung O Século erschien:

Von der Straße aus, an der viele Fuhrwerke geparkt waren und wo viele Tausende Menschen standen, die sich scheuten, in die schlammige Erde der Cova da Iria hinabzusteigen, sahen wir die unermessliche Menschenmenge sich der Sonne zuwenden, die am wolkenlosen Himmel ihren höchsten Stand erreicht hatte. Die Sonne sah aus wie eine Scheibe von mattem Silber. Man konnte sie ohne jegliche Anstrengung anschauen. Ihre Strahlen haben weder geblendet noch gebrannt. Man hatte den Eindruck, es ereigne sich eine Sonnenfinsternis. Plötzlich schrillte ein kolossaler Schrei, und man hört von den Zuschauern, die sich in der Nähe befanden, wie sie rufen: ‚Ein Wunder, ein Wunder!‘ Vor den erstaunten Augen der Leute, deren Verhalten uns in biblische Zeiten zurückversetzte, und die, bleich vor Schrecken und mit unbedeckten Häuptern die Sonne anstarrten, zitterte die Sonne und vollführte abrupte, noch nie dagewesene Bewegungen jenseits aller kosmischen Gesetze. Die Sonne schien am Himmel geradezu zu tanzen.

Ein beispielloses Wunder wie das „Tanzen der Sonne“ sollte zur Bestätigung einer gleichermaßen beispiellosen Botschaft von Gott dienen. Daher sollten wir Fatima als die Botschaft des Himmels für unsere Zeit schlechthin betrachten.

Die Allerseligste Jungfrau Maria bot eine Lösung für die Übel der Gegenwart an

Tatsächlich sind die Übel, die in dieser Botschaft angeprangert werden, nicht verschwunden. Genauso bleibt aber auch die von ihr angebotene Lösung voll auf unsere heutige Zeit anwendbar.
Worin bestehen diese Übel und die jeweilige Lösung dafür?
Die Allerseligste Jungfrau Maria kam, um einer in der Apostasie versunkenen Welt die Schwere der Sünde und ihre Konsequenzen, die Strafen der Hölle für unbußfertige Sünder und die kommenden Züchtigungen der Welt für ihre Beleidigungen Gottes ins Bewusstsein zu rufen.
Um die Verdammnis erschreckend vieler Seelen und die Züchtigung Gottes zu verhindern, bot die Selige Mutter Maria als Lösung die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen an und verlangte das tägliche Rosenkranzgebet, die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats während fünf aufeinanderfolgender Monate und die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz.

II. Die Worte der Mutter Gottes

Hier sind die Worte, welche die Allerseligste Jungfrau selbst in Fatima sprach und mit denen sie die Welt bezüglich der Notwendigkeit der Bekehrung und der zukünftigen Züchtigungen für den Fall, dass jene Bekehrung nicht erfolge, warnte:

„Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XI. ein anderer, schlimmerer beginnen. Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, dann wisst, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden. In Portugal wird man stets das Dogma des Glaubens bewahren, usw.“[2]

In ihrer Botschaft warnte die Allerseligste Jungfrau davor, dass, wenn ihre Wünsche keine Beachtung fänden, der Zweite Weltkrieg ausbrechen und der Kommunismus seine Irrlehren in der ganzen Welt verbreiten, Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören würde. Am Ende versprach sie göttliche Vergebung und den Triumph ihres Unbefleckten Herzens infolge der Weihe und Bekehrung Russlands.

Es ist nur zu offensichtlich, dass ihre Wünsche nicht rechtzeitig erfüllt wurden. Der Zweite Weltkrieg brach aus, und Russland verbreitete seine Irrlehren über die ganze Welt, nicht nur durch die Einsetzung kommunistischer Regierungen in vielen Ländern Europas, Asiens und Zentralamerikas, sondern genauso sehr durch die Verbreitung von Lehren und Sitten, welche die Welt systematisch zur Aufgabe des Naturrechts und der christlichen Ordnung verführen. Die Legalisierung der „Homo- Ehe“, der Abtreibung und der Euthanasie sind bloß ein paar politische Maßnahmen, bei denen sich dies manifestiert.

Wenngleich die Macht des Kommunismus in ihrer politischen Gestalt eher geschwunden sind, haben doch ihre kulturellen Aspekte heute ihren Höhepunkt erreicht. Tatsächlich finden Ehescheidung, freie Liebe und Unanständigkeit ihre philosophische Systematisierung und politische Unterstützung im Sozialismus, der eine abgeschwächte Form des Kommunismus ist.

Hemmungslose Sinnlichkeit und schrankenloser Hochmut sind die Triebkräfte des Sozialismus. Diese beiden Laster reißen alle Schranken und Hemmnisse nieder, welche das menschliche Verhalten und Denken im Einklang mit dem Gesetz Gottes und der von ihm festgelegten Ordnung erhalten.

Folglich müssen wir eingestehen, dass wir uns immer noch in einer Phase der Züchtigung befinden, die in Fatima vorhergesagt wurde, und uns nach jenem Ziel ausstrecken müssen, das Unsere Liebe Frau in Aussicht stellte: dem Triumph ihres Unbefleckten Herzens.

Professor Plinio Corrêa de Oliveira fasst die Botschaft Unserer Lieben Frau wie folgt zusammen:

Insgesamt unterweisen uns die Erscheinungen von Fatima über die schreckliche Bedrohlichkeit der Weltlage und über die wahren Ursachen unserer Missstände; sie zeigen uns aber auch das Mittel, durch welches wir den irdischen und ewigen Strafen, die uns erwarten, entrinnen können. Zu den Menschen im biblischen Altertum sandte Gott die Propheten. In unseren Tagen sprach er durch die Königin der Propheten selbst zu uns. Was können wir nun, nachdem wir die Worte Unserer Lieben Frau studiert haben, sagen? Die einzige angemessene Antwort sind die Worte Unseres Herrn im Evangelium: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ (Mk 4,23.)

Catolicismo, Nr. 30, Juni 1953

III. Die sozialistische/kommunistische Ideologie

„Russland ... wird ... seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören.“

Was waren die Irrlehren, deren Verbreitung durch Russland die Selige Jungfrau voraussagte? Sie spricht in erster Linie vom Kommunismus, einem totalitären sozio-politischen und ökonomischen Regime, das von einer atheistischen und egalitären Doktrin inspiriert ist. Diese steht nicht nur der Idee der christlichen Kultur, sondern auch dem Naturrecht feindlich gegenüber.

Als sie von den „Irrlehren Russlands“ spricht, bezieht sich die Mutter Gottes nicht bloß auf ein despotisches und grausames sozioökonomisches Regime, das von einer Ideologie geschaffen wurde. Sie nimmt direkten Bezug auf jene Ideologie, die dahinter stehenden philosophischen Leitsätze, die auf subtile Weise in der ganzen Welt verbreitet wurden und die man als die kommunistische Doktrin zusammenfassen kann.

Vom weltanschaulichen Standpunkt aus betrachtet, besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Kommunismus und dem Sozialismus. Die kommunistische Sowjetunion bezeichnete sich tatsächlich selbst als die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (1922–1991), und die kommunistischen Staaten China, Kuba und Vietnam definieren sich bis heute als sozialistisch.[3]

Wenngleich der Sozialismus unterschiedliche Stadien durchläuft (so dass in der Praxis ein Unterschied zwischen einer unvollkommenen Durchsetzung des Sozialismus und einem voll entwickelten Kommunismus, dem mit letzter Konsequenz umgesetzten Sozialismus, bestehen kann), werden wir uns hier nur mit der Ideologie selbst beschäftigen und daher die Begriffe „Sozialismus“ oder „Kommunismus“ als Bezeichnungen für sie verwenden.

IV. Eine unnatürliche Ideologie

Der Sozialismus ist eine utopische Ideologie, die bestrebt ist, den menschlichen Egoismus durch die Aufhebung der persönlichen Freiheit, des Privateigentums und des freien Unternehmertums auszumerzen. Sozialisten glauben, sie könnten Ungerechtigkeiten beseitigen, indem sie Einzelpersonen und Familien die ihnen zustehenden Zuständigkeitsbereiche wegnehmen und diesem dem Staat übertragen. Allerdings laufen die Bemühungen des Sozialismus darauf hinaus, dass er gleichsam den Patienten töten muss, um seine Krankheit zu heilen.

Durch die Unterdrückung der persönlichen Verantwortung schafft der Sozialismus die größtmögliche Ungerechtigkeit, weil er die wahre Freiheit zerstört, nämlich die Freiheit jedes Menschen, alle Angelegenheiten für sich zu entscheiden, die unter seine Kompetenz fallen, den Weg zu verfolgen, den seine Vernunft ihn weist, und sich im Rahmen des Moralgesetzes und der Gebote der Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu bewegen.

Der Sozialismus ist unnatürlich, weil er die Initiative des Menschen zerstört, die eine Frucht seines Verstandes und seines freien Willens ist und sich eigentlich in allem, was er tut, manifestiert. Wenn der Staat die Initiative des Einzelnen ersetzt, kommt der totalitäre Aspekt des Sozialismus zum Tragen mit jenem ihm eigenen Erscheinungsbild der staatlichen und polizeilichen Unterdrückung, so wie es überall dort, wo er eingeführt wurde, deutlich zu sehen ist. 

Eine Verfolgung durch das Steuersystem, so wie sie in so genannten gemäßigten sozialistischen Regimes, d. h. unter der Sozialdemokratie, stattfindet, ist genauso ungerecht wie polizeiliche Verfolgung, da beide einen Angriff auf die vernunftbegabte und freie Natur des Menschen darstellen.

Sozialismus und Kommunismus sind mit der katholischen Soziallehre unvereinbar

In Amerika [und Deutschland] hat sich der Staat immer mehr Lebensfunktionen der Gesellschaft einverleibt, indem er sich widerrechtlich Kompetenzen der Familie und der bürgerlichen, kulturellen, religiösen Organisationen, Gewerkschaften und Wohltätigkeitseinrichtungen, der Mittlerinstanzen zwischen dem Individuum und dem Staat, die zum organischen gesellschaftlichen Gefüge der Nation gehören, anmaßte.

Dadurch kommt es zwangsläufig zu einer Schwächung des Solidaritätsprinzips und des Subsidiaritätsprinzips – zweier Grundpfeiler der christlichen Sozialordnung – durch das Autoritätsprinzip. In der Tat veranlasst sie das in der auf Gemeinschaft ausgerichteten Natur des Menschen angelegte Solidaritätsprinzip, sich untereinander solidarisch zu verhalten und einander zu helfen. In der Familie erlangt dieses Solidaritätsprinzip seine größte Tragkraft; das Subsidiaritätsprinzip wiederum, welches sich von der Tatsache herleitet, dass der Mensch nicht nur ein soziales, sondern auch ein vernunftbegabtes, freies und verantwortliches Wesen ist, garantiert jedem Individuum das Recht, seine eigenen Probleme selbst oder durch seine Familie oder andere Mittlerorganisationen zu regeln, ohne verpflichtet zu sein, an höhere Autoritäten zu appellieren oder Lösungen von oben zu erwarten. Das Autoritätsprinzip schließlich bekräftigt die Notwendigkeit einer moralischen Instanz in der Gesellschaft, die imstande ist, die Handlungen aller ihrer Mitglieder wirkkräftig auf die Umsetzung des Gemeinwohls des Gemeinwesens hinzulenken.

Somit ist das Autoritätsprinzip zwar für das gesellschaftliche Leben grundlegend, darf aber das Solidaritäts- und Subsidiaritätsprinzip, deren Ergänzung es ist, weder vernachlässigen noch zerstören. Wenn unter diesen drei Fundamentalprinzipien kein Gleichgewicht besteht, gerät die Gesellschaft in Unordnung und gleitet leicht in den Totalitarismus ab. Darunter ist ein Regime zu verstehen, das keine individuellen Rechte und Freiheiten respektiert oder diese nicht berücksichtigt.

Papst Pius XI. schreibt:

„Geschäfte und Angelegenheiten von untergeordneter Bedeutung also, durch die der Staat sonst größtenteils von seiner eigentlichen Aufgabe abgelenkt würde, muss die oberste Staatsgewalt den kleineren Gemeinwesen zur Erledigung überlassen. So wird sie selbst dann freier, energischer und erfolgreicher all das ausführen können, was sie allein angeht, weil einzig sie es zu leisten imstande ist: durch Leitung, Überwachung, Antrieb und Zügelung, wie es jeder einzelne Fall mit sich bringt und die Notwendigkeit es erfordert. Daher mögen die Machthaber davon wohl überzeugt sein: Je vollkommener gemäß diesem ‚subsidiären‘ Amtsprinzip die hierarchische Ordnung unter den verschiedenen Gesellschaften herrscht, umso besser wird es um die soziale Autorität und Wirksamkeit bestellt und umso glücklicher und blühender wird der Zustand des Staates sein.“[4]

Papst Benedikt XVI. bestätigt dieselben Grundsätze:

„Der totale Versorgungsstaat, der alles an sich zieht, wird letztlich zu einer bürokratischen Instanz, die das Wesentliche nicht geben kann, das der leidende Mensch – jeder Mensch – braucht: die liebevolle persönliche Zuwendung. Nicht den alles regelnden und beherrschenden Staat brauchen wir, sondern den Staat, der entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip großzügig die Initiativen anerkennt und unterstützt, die aus den verschiedenen gesellschaftlichen Kräften aufsteigen und Spontaneität mit Nähe zu den hilfsbedürftigen Menschen verbinden. Die Kirche ist eine solche lebendige Kraft: In ihr lebt die Dynamik der vom Geist Christi entfachten Liebe, die den Menschen nicht nur materielle Hilfe, sondern auch die seelische Stärkung und Heilung bringt, die oft noch nötiger ist als die materielle Unterstützung. Die Behauptung, gerechte Strukturen würden die Liebestätigkeit überflüssig machen, verbirgt tatsächlich ein materialistisches Menschenbild: den Aberglauben, der Mensch lebe ‚nur von Brot‘ (Mt 4, 4; vgl. Dtn 8, 3) – eine Überzeugung, die den Menschen erniedrigt und gerade das spezifisch Menschliche verkennt.“[5]

Unzulässige staatliche Einmischungen in individuelle oder familiäre Kompetenzbereiche oder in den Zuständigkeitsbereich der Mittlerinstitutionen führt unausweichlich zum Staatstotalitarismus, mit anderen Worten, zum Sozialismus. Papst Pius XI. bekräftigt überzeugend, dass Katholizismus und Sozialismus im Widerspruch zueinander stehen:

„Die Gesellschaft, wie sie der Sozialismus sich vorstellt, lässt sich also einerseits ohne ein wahres Übermaß von Zwang gar nicht denken noch durchführen, andererseits huldigt sie einer nicht minder falschen Freiheit, da jede wahre gesellschaftliche Autorität aus ihr verbannt wird. Diese stützt sich ja nicht auf zeitliches und materielles Wohlergehen, sondern kann nur von Gott allein kommen, dem Schöpfer und dem letzten Ziel aller Dinge.

Wenn auch der Sozialismus, wie überhaupt jeder Irrtum, etwas Wahres an sich hat (die Päpste haben das auch niemals bestritten), so baut er doch auf einer Gesellschaftslehre auf, die ihm eigentümlich, mit dem Christentum aber unvereinbar ist. Religiöser Sozialismus, christlicher Sozialismus sind Widersprüche in sich. Niemand kann guter Katholik und zugleich Sozialist im wahren Sinne sein.“[6]

Das Robin-Hood-Syndrom

Moderne Sozialisten greifen das Motto von Robin Hood und seinen Merry Men vom Sherwood Forest auf: „Von den Reichen stehlen, um es den Armen zu geben.“ Dies bezeichnen sie als Umverteilung des Einkommens. Zumindest in einer Anfangsphase führen sie diese Umverteilung nicht mit den Pfeilen und Bögen mittelalterlicher Räuber, sondern mittels falscher und überhöhter Steuern durch.

Im Gegensatz zu den Ansichten der heutigen Nachahmer von Robin Hood, besteht der Zweck der Besteuerung jedoch nicht darin, „von den Reichen zu stehlen, um es den Armen zu geben“; sie ist nicht als ein Mittel zur Umverteilung des Einkommens gedacht.

Besteuerung darf nicht zu einer Bestrafung jener verkommen, die größeren Nutzen aus ihren produktiven Talenten, ihrer Arbeitskraft oder Sparsamkeit gezogen haben; genauso wenig darf sie ein Mittel zur Förderung eines sozialen Egalitarismus (des Traumes der Sozialisten) werden.

Der eigentliche Zweck der Steuern besteht in der Finanzierung der spezifischen Staatsaufgaben. Er soll den Frieden und die gesellschaftliche Harmonie wahren und die Landesverteidigung gewährleisten und somit das Gemeinwohl und den allgemeinen Wohlstand fördern. In diesem Sinne lehrt Papst Pius XII.: „Es besteht kein Zweifel hinsichtlich der Pflicht eines jeden Bürgers, sich an den öffentlichen Ausgaben zu beteiligen. Aber der Staat seinerseits hat, insofern es sein Amt ist, das Gemeinwohl der Bürger zu schützen und zu garantieren, die Pflicht, diesen nur notwendige und ihren Einnahmen angemessene Lasten aufzuerlegen. Die Steuer darf also niemals für die öffentliche Macht ein bequemes Mittel werden, ein Defizit auszugleichen, das durch unvernünftige Maßnamen verursacht worden ist ...“[7]

V. Der Kommunismus, eine satanische Geißel

In seiner Enzyklika Divini Redemptoris vom 19. März 1937 hebt Papst Pius XI. den satanischen Charakter des Kommunismus und dessen Bestreben, die christliche Kultur zu zerstören, hervor:

„Wir wollen also noch einmal in einer kurzen Zusammenfassung die Grundsätze des atheistischen Kommunismus darlegen, samt den Methoden seiner Aktion, wie sie sich vor allem im Bolschewismus offenbaren. Wir wollen dann diesen falschen Grundsätzen die lichtvolle Lehre der Kirche gegenüberstellen und noch einmal mit allem Nachdruck die Mittel anempfehlen, mit denen die christliche Kultur, die einzig wahre Civitas humana, von dieser satanischen Geißel befreit und immer kräftiger entfaltet werden kann – ­dies alles zum wahren Wohle der menschlichen Gesellschaft.“[8]

Es folgt eine Zusammenfassung der kommunistischen Doktrin gemäß jener Enzyklika:

Evolutionistischer Materialismus und Atheismus.Die kommunistische Doktrin gründet sich auf die Prinzipien des von Karl Marx gelehrten, so genannten dialektischen Materialismus.

„Nach dieser Lehre gibt es nur eine einzige ursprüngliche Wirklichkeit, nämlich die Materie mit ihren blinden Kräften, aus denen sich Pflanze, Tier und Mensch entwickelt haben. Auch die menschliche Gesellschaft ist nichts anderes als eine Erscheinungsform dieser Materie, die sich in der angedeuteten Weise entwic­kelt und mit unausweichlicher Notwendigkeit in einem ständigen Kampf der Kräfte dem end­gültigen Ausgleich zustrebt: der klassenlosen Gesellschaft. Es leuchtet ein, dass in einem sol­chen System kein Platz mehr ist für die Idee Gottes, dass kein Unterschied mehr besteht zwi­schen Geist und Stoff, zwischen Seele und Leib, dass es kein Fortleben der Seele nach dem To­de mehr gibt, und darum auch keine Hoffnung auf ein anderes Leben.“[9]

Klassenkampf. Die Kommunisten, die auf dem dialektischen Materialismus beharren, behaupten, dass Menschen imstande seien, den Konflikt zu beschleunigen, der die letzte Synthese herbeiführen wird. Deshalb geht ihr Bestreben dahin, den Klassenkampf durch die Verschärfung der Gegensätze unter den gesellschaftlichen Klassen zu fördern.

Raub der Freiheit und der Würde des Menschen. Der Kommunismus beraubt den Menschen seiner Freiheit und nimmt ihm seine Würde und jeden moralischen Halt, der ihm helfen soll, wenn blinde Instinkte in ihm aufbegehren. Der kommunistischen Theorie zufolge ist der Mensch nichts als ein Rädchen im Getriebe. Deshalb leugnen die Kommunisten dem Menschen seine natürlichen Rechte ab und weisen diese ausschließlich dem Kollektiv zu.

Absolute Gleichheit. Die Kommunisten proklamieren absolute Gleichheit und leugnen jegliche Überordnung und jegliche Autorität, die etwa von Gott begründet wäre, einschließlich der elterlichen, indem sie behaupten, dass jegliche Autorität und Unterordnung sich ausschließlich von der Gesellschaft ableiteten.

Leugnung des Rechts auf Privateigentum. Der Kommunismus leugnet das Eigentumsrecht des Menschen an natürlichen Gütern oder an den Produktionsmitteln; da die letzteren andere Güter produzierten, werde ihr Eigentümer Macht über andere ausüben. Aus diesem Grunde behaupten sie, dass das Recht auf Privateigentum radikal ausgerottet werden müsse.

Ablehnung der Würde des menschlichen Lebens und der Familie.Die kommunistische Doktrin leugnet den heiligen Charakter des menschlichen Lebens und behauptet, dass Ehe und Familie bloß Früchte des kapitalistischen Systems seien. Folgerichtig leugnet sie die Unauflöslichkeit der Ehre.

Eltern werden ihres Rechts auf die Erziehung ihrer Kinder beraubt. Schließlich werden sogar die Kinder ihrem Elternhaus weggenommen, damit das Kollektiv, d. h. der Staat, sich um sie bemühe. Eltern werden somit ihres natürlichen Rechts auf die Erziehung ihrer Kinder beraubt, welches die Kommunisten als ein ausschließliches Recht der Gesellschaft betrachten, in deren Namen und Auftrag allein es von den Eltern ausgeübt werden dürfe.

Leugnung des Naturrechts und des ewig gültigen Moralgesetzes.Dieser Doktrin zufolge leiten sich die Moral und die Rechtsordnung vom Wirtschaftssystem her; infolgedessen seien sie vorübergehende und veränderliche irdische Werte.

Das utopische Ideal einer klassenlosen Gesellschaft mit der Abschaffung des Staates.Wenn ihr utopisches Ideal einer klassenlosen Gesellschaft einmal erreicht ist, wird der Staat seine Daseinsberechtigung verlieren und aufgelöst werden. Nichtsdestoweniger werden Kommunisten, solange jenes Goldene Zeitalter noch nicht angebrochen ist, sich der Regierung und der staatlichen Autorität und der Regierung als der effektivsten Mittel zur Umsetzung ihres Zieles bedienen.

Papst Pius XI. schließt seine Darstellung der kommunistischen Lehren wie folgt ab:

„Das, Ehrwürdige Brüder, ist das neue Evangelium, das der bolschewistische und atheisti­sche Kommunismus als Heilsbotschaft und Erlösung der Menschheit bietet. Ein System voll von Irrtum und Trugschlüssen, das ebenso der gesunden Vernunft wie der göttlichen Offenbarung widerspricht. Es ist Umsturz jeder gesellschaftlichen Ordnung, weil Vernichtung ihrer letzten Grundla­gen! Es ist Verkennung des wahren Ursprungs, der Natur und des Zweckes des Staates! Es ist Entrechtung, Entwürdigung und Versklavung der menschlichen Persönlichkeit!“[10]

Welche Früchte hat die Verbreitung dieser Doktrin in der ganzen Welt gezeitigt?

VI. Terror und Gräueltaten kommunistischer Regime

In demselben Jahr, als Unsere Liebe Frau in Fatima erschien, ergriff eine von Lenin und Trotzki angeführte Bande kommunistischer Revolutionäre unter Beihilfe von „Moderaten“ wie dem Sozialisten Alexander Kerenski in Russland die Macht.

Zar Nikolaus II. wurde zur Abdankung gezwungen und zusammen mit seiner Gattin, Kaiserin Alexandra, und ihren fünf Kindern festgenommen. Sie alle wurden ermordet.

Eine lange Ära des Terrors und der Ungerechtigkeit traf alle vom Kommunismus beherrschten Länder.

Joseph Stalin, der die Sowjetunion als Diktator von 1924 bis zu seinem Tode im Jahre 1953 beherrschte, wurde zum Symbol der kommunistischen Grausamkeit. Er war für den Tod von Millionen von Menschen verantwortlich.[11]

Da die Völker allenthalben den Kommunismus abgelehnt haben, mussten dessen fanatische Verfechter Betrug, Tricks und Gewalt anwenden, um ihn den Nationen aufzuzwängen.

Die Diktatur erwies sich als ein probates Mittel, durch das unwillige Landesbevölkerungen jenem unnatürlichen und egalitären System gefügig gemacht werden konnten.

In Spanien begingen die Kommunisten 1931, nach dem Fall der Monarchie, und insbesondere während des Bürgerkrieges (1936–1939) unsägliche Gräueltaten gegen die Kirche: elf Bischöfe, mehr als 6.000 Priester, zahllose Ordensleute und Laien wurden auf allergrausamste Weise umgebracht.

In China ging die Grausamkeit mit Propaganda und Indoktrination einher. Mao Zedong verkörperte  den klassischen kommunistischen Zyniker, der Naive und Leichtgläubige täuscht. Trotz seines lässigen Erscheinungsbildes war er für die Ausrottung von Millionen unschuldiger Menschen verantwortlich.

Im Jahre 1950 fiel das kommunistische China, mittels ihrer Marionettenregierung in Nordkorea, in Südkorea ein. Amerikanische Truppen als Repräsentanten der Vereinten Nationen wurden im Koreakrieg (1950–1954) zur Verteidigung dieses Landes gegen die Kommunisten entsandt.

1959 brachte ein kommunistischer Guerillakrieg Fidel Castro an die Macht; die Kubaner wurden seither durch Terror und Elend geknechtet.

Der Vietnamkrieg wurde geführt, um zu verhindern, dass Vietnam unter kommunistische Herrschaft fiel. Politische Einflüsse verhinderten jedoch einen Sieg der Streitkräfte der Vereinigten Staaten; es wurde ihnen ein Friedensvertrag aufgezwungen, und das Land wurde dem Kommunismus überlassen.

Der Kommunismus breitete sich auch bis ins benachbarte Kambodscha aus, wo er seinen ganzen Schrecken zur Schau stellte. Ein Großteil der Bevölkerung wurde systematisch massakriert, um jeglichen Überrest einer sozialen, wirtschaftlichen oder intellektuellen Ungleichheit auszuradieren.

VII. Ist der Kommunismus tot?

Nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch der Sowjetunion glaubten viele, dass der Kommunismus tot sei. Ist der Kommunismus aber wirklich tot? Offiziell haben sich Russland und seine früheren osteuropäischen Satellitenstaaten vom Kommunismus befreit. Nichtsdestotrotz hat der KGB, der politischen Sicherheitspolizei des kommunistischen Regimes, zwar einen neuen Namen erhalten, er bleibt aber bestehen. Und viele der neuen russischen Führer, darunter auch Wladimir Putin, kommen aus den Kadern des KGB.[12]

Man sollte auch bedenken, dass kommunistische Regime in China, Kuba, Laos, Nordkorea und Vietnam unter einem Einparteiensystem an der Macht geblieben sind. Außerdem ist der ehemalige Präsident von Moldawien, Wladimir Woronin, ein Mitglied der Kommunistischen Partei der Republik Moldau, wenngleich Moldawien kein Einparteiensystem hat.

Das Castro-Regime unterdrückt bis heute die Kubaner und unterstützt Guerillakriege in Zentral- und Südamerika. Kommunistische Guerillaverbände wie die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und andere Organisationen tränken Kolumbien seit fast 50 Jahren mit Blut. Der venezolanische Demagoge Hugo Chávez ist der getreueste Jünger Fidel Castros in der Region und gleicht sein diktatorisches Regime zunehmend demjenigen seines Mentors in Kuba an.

Überdies spielen kommunistische Parteien oder ihre Nachfolgerinnen in vielen europäischen, afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern eine bedeutende politische Rolle.

VIII. Die „Irrlehren Russlands“
sind wirksamer als je zuvor

Außerdem sehen wir, selbst wenn wir die kommunistischen Regierungen und politischen Parteien ganz gleich welchen Namens und die Guerillabanden und anderen revolutionären Streitkräfte, die mit Waffengewalt um ihre Machtergreifung kämpfen, außer Acht lassen, wie die ganze Welt sich fast unmerklich durch die Anwendung kommunistischer Prinzipien zum Kommunismus hinbewegt:

In den Schulen wird Schülern die Evolutionstheorie als ein naturwissenschaftliches Dogma gelehrt.

Kruzifixe und die Anrufung Gottes im Gebet werden in Klassenzimmern und öffentlichen Räumen verboten.

Eine Atmosphäre des „Klassenkampfes“ prägt zunehmend das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Professoren und Studenten, Eltern und Kindern usw. sowie zwischen reichen und armen Ländern.

Die heutige Gesellschaft beraubt den Menschen seiner Individualität; eine echte Diktatur der Medien und der mächtigen Interessenverbände zwängt die Annahme eines „politisch korrekten“ Verhaltens auf und hindert jede Reaktion gegen eine hemmungslose Freizügigkeit im Keim.

Von einer egalitären Metaphysik überzeugte Kräfte bemühen sich, jede Ungleichheit, sei es in der Familie, in der Gesellschaft oder in der Kirche, auszurotten.

Das Eigentumsrecht wird durch eine stetig wachsende Steuerlast progressiv ausgehöhlt.

Gesetze zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe und zur Förderung der Abtreibung und Euthanasie werden überall bewilligt.

Die stetig zunehmende staatliche Einmischung in die Kindererziehung führt dazu, dass Eltern das Recht entzogen wird, ihre Kinder nach ihren eigenen Werten und Vorstellungen zu erziehen.

Moralischer Relativismus in der Mode, im Kino und im Fernsehen ist weit verbreitet.

Folglich kann man sagen, dass die „Irrlehren Russlands“ heutzutage weiter verbreitet sind als je zuvor.

IX. Schlussfolgerung

„Am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“

Wenngleich einige der in Fatima angekündigten Züchtigungen bereits erfüllt wurden, stehen andere noch aus. Allerdings sollten wir uns, ganz gleich, wie schmerzlich und trübe die Zukunftsaussichten sein mögen, nicht entmutigen lassen, sondern vielmehr Mut fassen, weil eine große Siegeszuversicht uns beseelt.

Vertrauen auf Unsere Liebe Frau

Der hl. Thomas von Aquin erklärt, dass der Begriff „Vertrauen“ (fiducia) sich von dem Wort „Glaube“ bzw. „Treue“ (fides) herleitet. Das Vertrauen ist eine durch den Glauben, den wir an jemandes Hilfe haben, gestärkte Hoffnung. Dieser Glaube wird umso größer sein, je mächtiger diese Person ist und je größer die Freundschaft, Liebe und das Mitgefühl sind, die diese Person uns entgegenbringt.

Wenn diese Person die Mutter Gottes und unsere Mutter ist, dann haben wir die allerbeste denkbare Ursache, ihr zu vertrauen, weil sie vollkommen mit Gott vereint ist und uns innig liebt. Außerdem kündigte die Selige Mutter Gottes an, dass nach den Züchtigungen, die infolge der Ablehnung ihrer Bitten und der nicht erfolgten Bekehrung der Menschheit, ihr Unbeflecktes Herz triumphieren würde.

Die Gewissheit des Triumphes des Unbefleckten Herzens Mariens, der Bekehrung Russlands und der Zeit des Friedens, die nach der Periode der Strafen und Züchtigungen, in welcher wir immer noch stehen, kommen wird, sollte uns in höchstem Maße ermutigen und uns dazu inspirieren, nach Kräften unsere Schuldigkeit im Kampf für jenen verheißenen Triumph zu tun.

Eine notwendige Mitwirkung

Wie Professor Plinio Corrêa de Oliveira, der Gründer der Brasilianischen TFP und ein großer Fatima-Apostel, betonte, läuft nichts in der den kleinen Hirtenkindern übermittelten Botschaft dem Gedanken an unsere Teilnahme im Kampf für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens zuwider.

Es liegt in den Absichten der göttlichen Vorsehung, dass Menschen an dem Kampf um Veränderungen historischen Ausmaßes beteiligt werden und als unvollkommene Werkzeuge für die für die Wirksamkeit der göttlichen Gnade dienen sollen.

Der Aufruf richtet sich auch an uns

Der Aufruf zum Gebet und zur Buße, der vor fast einem Jahrhundert an die kleinen Hirtenkinder erging, hallt auch heute noch wieder, denn durch sie richtet er sich gleichermaßen auch an uns.

Dieser Kampf kann eine ausgezeichnete Form des Gebets und der Buße sein, wenn wir ihn um der Liebe Gottes willen führen.

Sich dem heutigen neoheidnischen Ambiente zu widersetzen; die bisweilen subtilen Irrlehren zu bekämpfen, die auf jede denkbare Weise verbreitet werden und sich dem Risiko auszusetzen, verachtet zu werden, weil man den gegenwärtigen Moden sowohl in der Kleidung als auch im Denken nicht folgt, ist oftmals schwieriger, als zu fasten oder eine Nacht im Gebet zu verbringen. Übrigens schließt das eine das andere nicht aus: Das öffentliche Gebet, das menschlichen Respekt abverlangt und zugleich den Glauben verkündigt, ist heutzutage eine der vortrefflichsten Formen der Buße und Sühne.

Ja, Buße und Gebet für die Bekehrung der Sünder fordert die Selige Jungfrau Maria von uns. Allerdings erwartet sie von uns, dass wir sogar noch mehr tun, nämlich die „Irrlehren Russlands“ bekämpfen, die vor unseren Augen weiterwuchern, indem sie Familien zerstören, unsere Jugend verderben und Gott lästern.

Lasst uns unsere Schuldigkeit tun und dabei auf die Erfüllung ihrer Verheißung vertrauen: „Am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“

Fatima und der Kulturkrieg

Wir befinden uns mitten in einem beispiellosen Kulturkrieg, in welchem ein aggressiver und ideologischer Säkularismus auf die Zerstörung alles Christlichen in unserer Kultur und unseren Institutionen abzielt. Durch richterlichen Aktivismus, gezielt inszenierte Medienkampagnen und die Unterhaltungsindustrie werden alle unsere  christlichen Grundwerte bekämpft, verspottet, geschmäht, gelästert, ruiniert und zerstört.

Noch nie sind so viele Beleidigungen gegen unsere Selige Mutter unter dem Vorwand der „künstlerischen“ und „literarischen Freiheit“ vorgetragen worden.

Um den Kampf für unseren Glauben und unsere christliche Identität fortzusetzen, müssen wir uns immer mehr der Übel bewusst werden, die in Fatima deutlich aufgezeigt wurden: Der Sünde und ihrer Konsequenzen, der Hölle und der Züchtigung von Nationen.

------------------------------------------------

[1] Ansprache beim Regina Cæli auf dem Platz vor dem Heiligtum von Aparecida (Brasilien) am 13. Mai 2007 (Hervorhebung vom Verfasser). Deutsche Übersetzung zitiert nach: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/angelus/2007/documents/hf_ben-xvi_reg_20070513_brazil_ge.html.

[2] Zitiert nach der offiziellen deutschen Übersetzung der Fatima-Geheimnisse auf der Netzpräsenz des Vatikans: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_-cfaith_doc_20000626_Botschaft-fatima_ge.html.

[3] Die Verfassung der Volksrepublik China legt fest: „Artikel 1. Die Volksrepublik China ist ein sozialistischer Staat unter der demokratischen Diktatur des Volkes, der von der Arbeiterklasse geführt wird und auf dem Bündnis der Arbeiter und Bauern beruht. Das sozialistische System ist das grundlegende System der Volksrepublik China. Die Sabotage des sozialistischen Systems ist jeder Organisation oder jedem Individuum verboten.“ (Verfassung der Volksrepublik China, angenommen auf der 5. Tagung des V. Nationalen Volkskongresses am 4. Dezember 1982, zitiert nach: http://www.verfassungen.net/rc/verf82.htm). Ähnlich heißt es in der Verfassung der  kommunistischen Republik Kuba: „Artikel 5. Die Kommunistische Partei Kubas, martianisch und marxistisch-leninistisch, Vorhut der kubanischen Nation, ist die höchste führende Kraft der Gesellschaft und des Staates, die die gemeinsamen Anstrengungen zum hohen Ziel des Sozialismus und fortschreitend bis hin zur kommunistischen Gesellschaft organisiert und leitet.“ (Verfassung der Republik Kuba, Stand 1992, zitiert nach: http://www.cubafreundschaft.de/Hintergruende/Verfassung%20Cuba,%20deutsch.pdf). In der vietnamesischen Verfassung von 1992 wird Folgendes festgestellt: „Artikel 1. Die Sozialistische Republik Vietnam ist ein unabhängiger, souveräner und einheitlicher Staat mit territorialer Integrität; er umfasst Festland, Inseln, Gewässer und den Luftraum. [...] Artikel 4. Die Kommunistische Partei Vietnams, die Avantgarde der Arbeiterklasse und ergebenste Interessenvertreterin der Arbeiterklasse, der Werktätigen und des ganzen Volkes, ist, basierend auf dem Marxismus-Leninismus und der Lehre Ho Chi Minhs, die führende Kraft des Staates und der Gesellschaft.“ Zitiert nach: Verfassung der Sozialistischen Republik Vietnam (1992), in: Jahrbuch des Öffentlichen Rechts der Gegenwart, Neue Folge, Bd. 45, Tübingen 1997, S. 678.

[4] Papst Pius XI., Enzyklika Quadragesimo Anno vom 15. Mai 1931, Nr. 80; deutsche Übersetzung zitiert nach: Emil Marmy (Hg.), Mensch und Gemeinschaft in christlicher Schau. Dokumente, Freiburg (Schweiz) 1945, S. 479.

[5] Papst Benedikt XVI., Enzyklika Deus Caritas Est vom 25. Dezember 2005, Nr. 28, zitiert nach: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20051225_deus-caritas-est_ge.html.

[6] Papst Pius XI., Enzyklika Quadragesimo Anno vom 15. Mai 1931, Nr. 119-120, deutsche Übersetzung zitiert nach: Emil Marmy (Hg.), Mensch und Gemeinschaft in christlicher Schau. Dokumente, Freiburg (Schweiz) 1945, S. 495.

[7] Papst Pius XII., Ansprache vom 2. Oktober 1956, deutsche Übersetzung zitiert nach: Eberhard Welty OP, Herders Sozialkatechismus. III. Band. Dritter Hauptteil: Die Ordnung des Wirtschaftslebens, Freiburg 1958, S. 109.

[8] Papst Pius XI., Enzyklika Divini Redemptoris vom 19. März 1937, Nr. 173, deutsche Übersetzung zitiert nach: Emil Marmy (Hg.), Mensch und Gemeinschaft in christlicher Schau. Dokumente, Freiburg (Schweiz) 1945, S. 137.

Daher lässt sich leicht verstehen, wie zufrieden Karl Marx war, nachdem er Darwins Buch Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl gelesen hatte. In einem Brief vom 16. Januar 1861 an den sozialistischen Politiker Ferdinand Lassalle schrieb Marx: „Sehr bedeutsam ist Darwins Schrift und passt mir als naturwissenschaftliche Unterlage des geschichtlichen Klassenkampfs. Die grob englische Manier der Entwicklung muss man natürlich in den Kauf nehmen. Trotz allem Mangelhaften ist hier zuerst der ‚Teleologie‘ in der Naturwissenschaft nicht nur der Todesstoß gegeben, sondern der rationelle Sinn derselben empirisch auseinandergelegt.“ (Marx an Lassalle, 16. Januar 1861, in: MEW, Bd. 30, Berlin 1974, S. 578.)

[9] Papst Pius XI., Enzyklika Divini Redemptoris vom 19. März 1937, Nr. 175, deutsche Übersetzung zitiert nach: Emil Marmy (Hg.), Mensch und Gemeinschaft in christlicher Schau. Dokumente, Freiburg (Schweiz) 1945, S. 138.

[10] Papst Pius XI., Enzyklika Divini Redemptoris vom 19. März 1937, Nr. 179, deutsche Übersetzung zitiert nach: Emil Marmy (Hg.), Mensch und Gemeinschaft in christlicher Schau. Dokumente, Freiburg (Schweiz) 1945, S. 140.

[11] Rund 20 Millionen Tote werden seiner Diktatur zugeschrieben, darunter über 14,5 Millionen, die in der Periode der Kollektivierung der Landwirtschaft (1932–1934), insbesondere in der Ukraine, starben. Mindestens eine Million Menschen wurden wegen angeblicher politischer Vergehen hingerichtet. Hinzu kommen noch 9,5 Millionen Menschen, die deportiert oder in Arbeitslager interniert wurden und von denen über 5 Millionen nie wieder lebendig aus den Gulags zurückkehrten. Andere setzen die Anzahl der Deportierten bei 28 Millionen an, von welchen 18 Millionen in die Gulags geschickt worden seien.

[12] Vgl. Yevgenia Albats, KGB: State within a State, London 1995; Edward Lucas, Der Kalte Krieg des Kreml: Wie das Putin-System Russland und den Westen bedroht, München 2008.

 
       
   
© TFP - Deutschland - All rights reserved.